Sicherheitssonderverglasung (Panzerglas) für Bau-, und Forstmaschinen

Die Verglasung einer Baumaschine muss heute weit mehr leisten als nur Wind und Wetter abzuhalten. Sie ist ein zentraler Baustein des Arbeitsschutzes.
ECHLE, als Ihr Partner für Schutzverglasung
Mindestanforderungen sind gut, aber Sonderanforderungen sind unsere Stärke. Wir bieten Ihnen Lösungen für sämtliche Einsätze – egal ob Sicherheitsverglasung für den Abbruch, Polycarbonatscheiben für den Forst oder Verglasung für Baumaschinen zur Kampfmittelräumung. Bei uns bekommen Sie sämtliche Sicherheitssonderverglasungen für Baumaschinen aus einer Hand.
- Individuelle Beratung: Wir analysieren Ihren Bedarf und erarbeiten mit Ihnen gemeinsam die für Sie am besten geeignete Lösung – technisch sicher und wirtschaftlich sinnvoll.
- Erfahrung & Kompetenz: Wir haben bereits viele anspruchsvolle Projekte erfolgreich umgesetzt und verfügen über jahrelange Expertise in diesem Bereich.
- Montage-Service: Wir liefern nicht nur. In unserem Werk in Wolfach übernehmen wir auf Wunsch auch direkt die fachgerechte Montage für Sie.

Die Ausgangslage
Standardmäßig sind Bagger meist mit Glasscheiben in einer Stärke von 5–6 mm ausgerüstet. Diese erfüllen die Norm UN ECE R43, was zusätzlich den Anforderungen der Norm DIN EN 474-1: 2023-02 „Erdbaumaschinen – Sicherheit – Teil 1: Allgemeine Anforderungen“ entspricht. Dies ist somit der normative Sicherheitsstandard, der vorgeschrieben ist, damit die Maschine betrieben werden darf.
Mehr Schutz durch ESG und VSG
Wenn die Anforderungen auf der Baustelle steigen, reicht der Standard oft nicht aus. Für ein deutliches Plus an Sicherheit kommen spezielle Glasarten zum Einsatz:
- Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG): Erhöht die Belastbarkeit und zerfällt bei einem Bruch in harmlose, stumpfe Kleinteile.
- Verbundsicherheitsglas (VSG): Die High-End-Lösung für maximale Sicherheit. Durch eine integrierte Spezialfolie werden Splitter im Ernstfall gebunden. VSG bildet die Basis für das umgangssprachlich bekannte ‚Panzerglas‘ – ausgelegt für hohe Anforderungen an Schlag-, Beschuss- oder Sprengwirkungshemmung.
- Polycarbonat: In Bereichen wie der Forstwirtschaft unverzichtbar, um den Fahrer vor dem Eindringen von Gegenständen, wie beispielsweise vor Kettenschuss, zu schützen.
Sicherheitsverglasung bei Baumaschinen – Folgende Widerstandsklassen erhalten Sie bei uns:
Die Widerstandsklasse beschreibt, wie viel Widerstand die Scheibe gegen mechanische Einwirkung bietet.
| Widerstandsklasse | Beschreibung | |
|---|---|---|
![]() |
ESG Einscheiben-Sicherheitsglas nach DIN EN 12150 |
Grundlegende Sicherheit: Bei Bruch zerfällt das Glas in kleine, stumpfkantige Krümel und reduziert so das Verletzungsrisiko. |
![]() |
P1A – P5A Durchwurfhemmung nach DIN EN 356 |
Eine 4,11 kg schwere Metallkugel wird aus definierten Höhen auf die Scheibe fallen gelassen. Fallhöhen zwischen 1,5 – 9 m. |
![]() |
P6B – P8B Durchbruchhemmung nach DIN EN 356 |
Eine maschinell geführte Axt schlägt auf das Glas, um ein 400 x 400 mm großes Loch zu erzeugen. 30 – über 70 Axthiebe. |
![]() |
BR1 – BR4 Schutz gegen Faustfeuerwaffen und Gewehre (BR = Bullet Resistant) nach DIN EN 1063 |
Schutz gegen Kurzwaffen (z.B. .22 lr, 9 mm Parabellum, .357 Magnum, .44 Rem. Mag.
Zusatz NS (bspw. BR4NS) = No Splintering. Kein Splitterabgang – maximale Sicherheit für Personen direkt hinter der Scheibe. |
![]() |
BR5 – BR7 Schutz gegen Faustfeuerwaffen und Gewehre (BR = Bullet Resistant) nach DIN EN 1063 |
Schutz gegen Langwaffen bzw. Gewehre (z.B. 5,56 x 45 oder 7,62 x 51 Hartkern) |
![]() |
ER1 – ER4 Schutz gegen Druckstoß (Sprengwirkungshemmung / Explosion Resistant) nach DIN EN 13541 |
Schützt gegen die Auswirkungen von Druckwellen und vermindert das Risiko von Durchbruch und Splitterabgang. |
![]() |
ZERTIFIZIERUNG nach ISO 21876 |
Schutz gegen Kettenschuss In der Praxis Verbund-Polycarbonatscheiben |
Herausforderungen bei der Nachrüstung von Sicherheitsglasscheiben – Was lässt sich wie nachrüsten?
Je nach Kabinenform und Scheibenart lassen sich die Kabinenscheiben direkt oder nur mit einer Hilfskonstruktion nachrüsten. Hierbei sind besonders die Art der Verglasung und die maschinenspezifischen Gegebenheiten, wie die Kabinenform, ausschlaggebend.
Folgende Hilfskonstruktionen stehen Ihnen dabei zur Auswahl:
Der Vorsatzrahmen:
Der Vorsatzrahmen inklusive Sicherheitsglasscheibe wird unkompliziert an den vorhandenen Anschraubpunkten der Kabinenfront montiert. Dank dieser Konstruktion lässt sich der Rahmen bei Bedarf jederzeit rückstandslos demontieren. Optional kann das System um einen zusätzlichen Scheibenwischer am Vorsatzrahmen ergänzt werden.

Der Einsatzrahmen:
Im Gegensatz zum Vorsatzrahmen wird der Einsatzrahmen inklusive Sicherheitsverglasung ohne Abstand direkt mit der Kabinenfront verschraubt und abgedichtet. Da hierbei die Originalscheibe ersetzt wird, ist lediglich ein einziges Wischersystem erforderlich. Durch die starre Verbindung mit der Kabine ist ein Rückbau folglich aufwändiger und die Frontscheibe nicht mehr öffenbar.

Was wird normativ oder in Richtlinien gefordert?
Forstmaschinen:
Die Verglasung von Forstmaschinen dient dazu den Fahrer vor den Hauptgefahren bei der Arbeit zu schützen:
- Schutz vor Eindringen (Operator Protective Structures (OPS) nach ISO 8084):
Die Bedienperson muss vor Gefahren durch schlagende Schösslinge, Äste und gerissene Seile von Seilwinden geschützt werden. Die Realisierung kann bspw. durch eine Polycarbonat- oder eine vergleichbare Verglasung erfolgen. Dieser Schutz muss nach ISO 8084 ausgeführt sein. - Schutz vor Kettenschuss (Zertifizierte Scheibe nach ISO 21876):
Bei einem Kettenbruch können Teile mit Projektilgeschwindigkeit Richtung Kabine fliegen. Hier ist eine Spezialverglasung vorgeschrieben, die diese Einschläge sicher stoppt. Dabei werden von uns Polycarbonatscheiben mit einer Zertifizierung nach ISO 21876 mit Hilfe eines Rahmens in die Kabine eingesetzt.
Für Forstmaschinen sind folglich Polycarbonatscheiben die ideale Wahl, da sie einen zuverlässigen Schutz gegen die beiden Hauptgefahren bieten: Eindringen von Fremdkörpern und Kettenschuss.
Kampfmittelräumung und -sondierung:
Unser Standard sind hier die Vorgaben der DGUV-I 201-027 (ehem. BGI 833), die die „Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung“ darstellt.
1. Mindeststandard (bis 100 g Nettoexplosivmasse (NEM) & frontaler Einwirkung)
Wenn Kampfmittel nur von vorne und mit einer Sprengkraft bis 100 g Nettoexplosivstoffmasse zu erwarten sind, gelten folgende Anforderungen als Basis:
- Frontverglasung: Sicherheitsverglasung der Widerstandsklasse BR 6 der DIN EN 1063 (durchschusshemmend) oder ER 4 nach DIN EN 13541 (sprenghemmend).
- Kabinenboden: Verstärkter Kabinenboden mit der Mindestschutzwirkung von 12 mm Stahl mit einer Mindeststreckgrenze von S235JR nach DIN EN 10025-2.
2. Erweiterter Schutz
Zusätzliche Schutzmaßnahmen an den Seiten der Kabine sind notwendig, wenn:
- Mehrere Maschinen gleichzeitig im Einsatz sind (gegenseitige Gefährdung).
- Die Wirkrichtung der Explosion nicht eindeutig auf die Front begrenzt werden kann.
3. Erhöhte Gefährdung
Bei größeren Gefährdungen durch Kampfmittel mit über 100 g NEM oder anderen schweren Störkörpern reicht der Mindeststandard nicht aus. Hier müssen individuelle, weiterführende Schutzmaßnahmen getroffen werden.






